Identifizierung einer Hummel – eine Bestimmungsübung…

Lieber Leser, wer bist du?

Eine Frage die sich oft nicht nur Zoologen stellen, wenn sie z.B. ein Insekt vor sich haben und sich fragen was sie hier vor sich haben? Ein Zoologe (oder besser gesagt ein Etmologe) weiß genau, dass er z.B. eine „Hummel“ vor sich hat – aber WELCHE? Es gibt viele Unterarten und jede von ihnen hat ihre eigenen Besonderheiten und Charakteristika. Hierfür gibt es sogenannte „Bestimmungsschlüssel“ anhand deren sich genau die richtige Unterart „bestimmen“/ IDENTIFIZIEREN lässt.

Für uns Menschen gibt es so einen Bestimmungsschlüssel nicht. Oder doch? Lassen wir diese Frage einfach einmal offen ….

WER BIST DU?

WER BIN ICH?

KANNST DU DICH SELBST IDENTIFIZIEREN?

Nun, dass wir Menschen sind – das wissen wir. Doch welcher Mensch bist du genau? Man versucht auch Menschen wie in einem Bestimmungsschlüssel einzuordnen, um einen einzelnen Menschen, ein genaues Individuum besser zu beschreiben. Jeder von uns selbst scheitert so oft an dieser Frage, dass wir versuchen uns selbst in Schubladen einzuordnen. Sei es ein Sternzeichen, eine Berufsgruppe, eine politische Gruppierung, die Tatsache Elternteil zu sein etc. Wie viele von uns möchten „wo dazu gehören“? Sie treten Vereinen bei, bei denen vielleicht weder der Inhalt, noch die sozialen Kontakte dieser Gruppierung im Mittelpunkt stehen, sondern die Dazugehörigkeit – die Identifikation?

Die meisten von uns stellen sich mit ihrem Beruf oder (z.B. mit ihrem Muttersein) vor. Eine Schublade die keine Fragen mehr offen lassen sollte. Eine gemeinschaftliche Identifizierung. Kennst du andere, die diesen Beruf ausüben, Eltern sind, die dieses oder jeneses erreicht haben, kennst du die dazugehörigen Charakteristika? Dann kennst du mich.

Doch sind wir das wirklich, und kann man dies so pauschal sagen – vor allem WILLST DU DAS?

Auf der Suche nach der eigenen Identität scheitern viele. Einige verdrängen wie oben beschrieben diese Frage und andere machen sich überhaupt gar nie Gedanken über sich selbst. Dabei ist auch noch zu bedenken: verdrängen wir die Frage nach unserer wahren Identität vielleicht auch aus Angst, dass die Antwort die wir darauf finden uns vielleicht nicht reichen könnte? Nicht gut genug ist? Enttäuschend oder schmerzlich? Können wir uns selbst überhaupt enttäuschen und nicht gut genug sein?

ICH SAGE NEIN!

Solche beinahe grausamen Gedanken gegen uns selbst entstehen unter anderem durch Vergleiche an anderen Menschen (wo wir ja bekanntlich immer nur eine, die uns beeindruckende Seite sehen), durch unser Umfeld (Erziehung, Mitmenschen,…) oder durch Erfahrungen die wir erlebt haben und selbst als fälschlicherweise „Fehler“ ansehen.

Ich selbst habe mich viele Jahre meines Lebens stets durch Leistung, Erfolg und meinen Beruf identifiziert. Es gilt ja schließlich: wir müssen erst etwas leisten um wert zu sein. All jenen die genauso denken kann ich nur sagen: NEIN! Befreie dich rasch von diesem Gedanken!

Ich bin wertvoll weil ich bin!

Dieser Satz ist die Basis unseres Selbst. Einzigartig machen uns unsere persönlichen und streng individuellen „Ecken“ und „Kanten“ bzw. unsere „Besonderheiten!“ Nur dies lässt tatsächlich eine exakte und genaue Identifizierung zu. Niemals sollte nur die Leistung im Mittelpunkt stehen.

Nimm bei der Betrachtung deines „Ichs“ deine Ausbildung, einen Beruf, deine Familie, deine Lebensverhältnisse und Leistungen alle weg! Was bleibt übrig? Wer steht vor dir? Kannst du dich identifizieren? Siehst du dich und wie würdest du dich beschreiben?

Mach dich auf den Weg und entdecke dich selbst! Die Zufriedenheit und die Glückseligkeit, nach der wir alle streben, erreichen wir vor allem durch die Beantwortung der Frage wer wir wirklich sind und vor allem die Antwort die wir darauf finden zu lieben und zu schätzen.

Dies klingt jetzt vielleicht für manche spirituell, oder nach einer Floskel die in jedem Ratgeber zu finden ist. Ein Streben nach der Antwort die nie jemand finden wird?

ICH „HATTE“ SIE GEFUNDEN!

Ich „hatte“ das Glück in meinem Leben das absolute Glück, die tiefe Zufriedenheit und meine wahre Identifikation – „MICH SELBST“ zu finden und zu (er)leben. Dies gelang mir an einem Zeitpunkt in meinem Leben wo ich so gut wie Nichts hatte: ich befand mich in einer Ausbildung, musste ins Ausland um ein mehrmonatiges Praktikum zu absolvieren, befand mich in einer scheinbar unüberwindbaren Beziehungskrise zu meinem Partner, hatte kein Geld, musste kostenfrei arbeiten und auch noch mein Leben und Wohnmöglichkeit während meines Praktikums im Ausland finanzieren. Ich war abhängig von meinen Eltern, die mir „Taschengeld“ überwiesen um irgendwie über die Runden zu kommen, und das alles knapp vor meinem 30. Geburtstag! So war ich nun alleine, weit weg, nach einer langjährigen Beziehung Single(?), Untermieterin in einer fremden Wohnung, hart arbeitend für 0 € im Monat, mit wenig bis keinem Geld in der Tasche. Nichts lief nach Plan, nichts entsprach auch nur im Entferntesten wonach ich strebte oder mir wünschte. Nein mit knapp 30 wollte ich eigentlich schon ganz wo anders sein.

ES WAR DIE SCHÖNSTE ZEIT MEINES LEBENS!

Genau zu diesem Zeitpunkt, entdeckte ich mich selbst. Ich „hatte“ mich gefunden. Es fühlte sich an, als wäre man selbst eine Sonne und strahlte den ganzen Tag. Es gab fast nichts, dass mein Gemüt nur irgendwie trüben konnte. Ich liebte mich, ich liebte das Leben, ich lebte ABSOLUT im „Hier und Jetzt“ und genoss jede Sekunde meines Lebens und von mir selbst! Ich nützte jeden Moment der sich mir bot um zu erleben und zu genießen. Es fühlte sich an, als würde ich nur noch schweben. Umso mehr ich diese unglaubliche Ausstrahlung versprühte umso mehr Feedback und Resonanz bekam ich von meiner Umwelt – umso intensiver und stärker wurde meine Glückseligkeit. Ich schwor mir für immer diesen Zustand zu bewahren.

SO SCHNELL VERLIERT MAN SICH SELBST

Nach Ende meines Praktikums absolvierte ich sehr erfolgreich meine Ausbildung, überwand die Beziehungskrise mit meinem Partner ( wir starteten einen Neuanfang und unsere Beziehung war schöner, intensiver und mit so viel Liebe und Harmonie erfüllt als je zuvor). Ich bekam den Job den ich wollte. Ich verdiente was ich wollte. Ich war unabhängig, konnte mir nun endlich etwas leisten, hatte eine tolle Beziehung, es verlief alles „nach Plan“ und ich war für meine Begriffe richtig erfolgreich. Doch umso „erfolgreicher“ ich wurde – umso unglücklicher wurde ich. Wie konnte das sein? Mein Job nahm mich voll und ganz ein. Doch hatte ich beinahe die selben Arbeitszeiten wie in meinem Praktikum? Ich wollte in meinem Job noch erfolgreicher sein, noch besser sein, noch mehr positiv auffallen, noch mehr Anerkennung und am liebsten die Perfektion in Person für meinen Chef sein. Ich identifizierte mich VOLL UND GANZ mit meinem Beruf und meiner Tätigkeit. Kraft, Motivation und einen freien Kopf für mein Umfeld, mein Privatleben und meine Freizeit hatte ich kaum. Die Anerkennung meines Chefs blieb aus, da er selbst ein Mensch war, der dies gar nicht geben konnte und niemanden tatsächlich „wahrnehmen“ konnte. Eine für mich verhängnisvolle Konstellation.

Was war passiert?

Es kam wie es kommen musste und mein Chef und ich gingen getrennte Wege. Ich fühlte mich plötzlich wertlos. Ich merkte ohne meiner Arbeit war ich in meiner Welt „nach Plan“ plötzlich nichts mehr wert und verloren. Wer war ich? Wer bin ich? Was bleibt? Meine Sonne war zur gänze erloschen. Ich hatte weder für mich, noch für jemand anderen keinen einzigen warmen Sonnenstrahl übrig. Im Gegenteil ich fühlte mich als graue, regenreiche Gewitterwolke. Ich erinnerte mich an die Zeit zurück als ich rundum glücklich war. Was war anders? Wer war ich? Wer bin ich wie geworden? Wer bin ich jetzt?

Starte deinen Hummelflug und stelle dir selbst mal die Frage:“wer bin ich?“ und mit was identifizierst du dich?

Summ summ brumm brumm….

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